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Projektentwicklermarkt Frankfurt

Development-Volumen geht um 16,6 Prozent zurück

Der Projektentwicklungsmarkt Frankfurt ist seit 2019 deutlich rückläufig. Das gesamte Projektvolumen ging um 16,6 Prozent zurück – von 6,1 Mio. Quadratmetern im Jahr 2019 auf 5,1 Mio. Quadratmeter 2022. Insgesamt gehen die Fertigstellungen leicht, die Planungen jedoch massiv zurück, besonders im Wohnsegment. Dort sind es im Vergleich zum Vorjahr rund 26 Prozent.

Eine Besonderheit der Mainmetropole ist, dass Entwicklungen stärker als in allen anderen sieben A-Städten im Umland stattfinden. Dies betrifft 49 Prozent des Volumens. Außer in Düsseldorf ist der Umlandanteil in allen anderen A-Märkten deutlich geringer. „Der hohe Umlandanteil liegt vor allem an zwei Segmenten: Logistikimmobilien werden naturgemäß nicht in den Zentren, sondern im Umland gebaut. Und im Wohnsegment sind es 66 Prozent aller gebauten und bis 2026 geplanten Quadratmeter, die im Frankfurter Umland entstehen. Immer mehr private Investoren ziehen sich aus den Großstädten zurück, während die kommunalen Bestandshalter das dortige Marktgeschehen prägen“, führt Sven Carstensen, Vorstand von Bulwiengesa, beim Frankfurter „Developer Talk“ aus, den das Analysehaus und die BF.direkt AG kürzlich veranstalteten.

Im Rahmen der Eventreihe, die bis September in den deutschen A-Städten zu Gast sein wird, präsentieren Bulwiengesa und BF.direkt standortspezifische Informationen zum jeweiligen Projektentwicklermarkt. Sie beruhen auf dem „Development Monitor“ sowie den „Developer Profiles“, einem neuen interaktiven Online-Tool mit Informationen zu ausgewählten Projektentwicklern.

Der Trend zum Umland trägt dazu bei, dass Frankfurt in besonderem Maß eine Stadt der Pendler ist. Seit 2011 ist das Pendler-Aufkommen um 24,4 Prozent gestiegen. Dies ist eine Folge der zum Teil sehr stark gestiegenen Einwohnerzahl umliegender Gemeinden. Spitzenreiter ist Kelsterbach mit einem Anstieg um rund 22 Prozent im ersten Halbjahr 2021.

Frankfurt ist außerdem bekannt als Stadt der Hochhäuser. „Eine Besonderheit in Frankfurt ist der starke Rückgang bei den Planungen von Wohnhochhäusern. Viele Projekte, die wir vor zwei Jahren noch als Planungen in unserer Pipeline verzeichnet hatten, werden geschoben oder in Frage gestellt. Denn bei den steigenden Zinsen und ebenfalls stark gestiegenen Baukosten rechnet sich das für private und institutionelle Investoren nicht mehr.“, so Carstensen.

„Bei bestehenden Finanzierungen sehen wir verstärkt Prolongationen. Dies liegt unter anderem an Bauverzögerungen aufgrund von Materialknappheit, insbesondere aber weil bei vielen Projekten mit dem Bau noch gar nicht begonnen wird. Bei neuen Finanzierungsanfragen liegt der Fokus auf qualitativ hochwertigen Projekten mit stabilem Business-Case sowie auskömmlichen Reserven in der Kalkulation und in der Kapitalstruktur. Unter diesen Voraussetzungen sind Projektfinanzierungen auch weiterhin verfügbar.“, kommentiert Manuel Köppel, CFO der BF.direkt AG die Finanzierungssituation am Projektentwicklermarkt.