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  |  12. April 2019

Hybridcenter und Supermärkte stehen im Fokus der Investoren

Positiver Auftakt für den Investmentmarkt für Einzelhandelsimmobilien: Mit einem Transaktionsvolumen von 2 Mrd. Euro gelang ein solider Start in das Jahr 2019. Der Wert des vierten Quartals 2018 wurde leicht um drei Prozent übertroffen und auch der Vergleich zum Vorjahreszeitraum kann sich mit einem Plus von 13 Prozent gut sehen lassen. Ein Grund für das gute Quartalsergebnis ist der Abschluss einer Reihe von Transaktionen im Segment der Hybridcenter (per Definition den Shopping Centern zugerechnet). In dieser Nutzungsart legte das Transaktionsvolumen im Jahresvergleich um deutliche 50 Prozent auf rund 440 Mio. Euro zu. Noch stärker war der Zuwachs bei Supermärkten bzw. Supermarktportfolios, die nach 120 Mio. Euro im Vorjahr nun auf 460 Mio. Euro im ersten Quartal 2019 sowie einem Anteil von 23 Prozent am gesamten Retail-Transaktionsvolumens kommen. Im vergangenen Jahr waren es noch sieben Prozent.

„Der klare Fokus von Investoren auf Nahversorgung aufgrund seiner hohen Online-Resilienz zeigt sich auch weiterhin im 1. Quartal. Zudem rücken gemischt genutzte Objekte in zentralen Lagen ins Visier. Die nachhaltige Durchmischung der Nutzungsklassen ist besonders attraktiv“, so Sandra Ludwig, Head of Retail Investment JLL Germany.

Rückgänge mussten derweil die anderen Nutzungsarten verbuchen: Fachmärkte und Fachmarktzentren büßten einiges der 650 Mio. Euro aus dem Vorjahr ein und landeten diesmal bei 510 Mio. Euro. Geschäftshäuser lagen mit kleinem Abschlag bei 585 Mio. Euro, während Warenhäuser nach 88 Mio. Euro im Vorjahr im ersten Quartal nicht gehandelt wurden.

Die zehn größten Transaktionen deutschlandweit summieren sich auf insgesamt ca. 1,2 Mrd. Euro und damit 60 Prozent des gesamten Transaktionsvolumens. Darunter sind sechs Einzeltransaktionen und vier Portfoliodeals.

Der Anteil an Retail-Investments, die in den Big 7 verbucht werden konnten, unterscheidet sich nach dem ersten Quartal 2019 kaum vom Vorjahr: 31 Prozent betrug der Big 7-Anteil 2018, diesmal sind es 30 Prozent.

Volumenstärkste Stadt war dabei einmal mehr die Hauptstadt Berlin mit rund 410 Mio. Euro nach nur 60 Mio. Euro im vergangenen Jahr. Auch Köln legte zu – von 10 Mio. Euro auf 70 Mio. Euro. Kaum Transaktionen gab es hingegen in München und Hamburg (München von 170 Mio. Euro auf 95 Mio. Euro und Hamburg, von 238 Mio. Euro auf 29 Mio. Euro). Auch in Stuttgart, Frankfurt und Düsseldorf gab es in den ersten drei Monaten derweil fast keine Aktivität.

Auf Verkäuferseite haben sich einige Private Equity/Hedge Fonds von Beständen im Gesamtwert von 360 Mio. Euro getrennt und liegen damit bei knapp 18 Prozent Anteil. Auf Käuferseite griffen erneut Spezialfonds und Versicherungen zu und bestritten jeweils 17 Prozent des Transaktionsvolumens. Bereits im Vorjahr hatten sie mit 14 Prozent beziehungsweise 18 Prozent eine dominante Rolle neben den Asset/Fonds Managern gespielt.

„Die langfristige Strategie dieser Investorengruppen unterstreicht die Nachhaltigkeit der Produkte und das Vertrauen in den deutschen Retail-Investmentmarkt. Zudem ist die attraktive Rendite oberhalb von vier Prozent im Vergleich zu anderen Asset Klassen ein entscheidender Faktor“, erklärt Sandra Ludwig das konstant hohe Interesse dieser beiden Investorengruppen.

Derweil kamen internationale Investoren wieder stärker zum Zug: Auf Käuferseite wuchs ihr Anteil von 33 auf 38 Prozent. Bei den Verkäufern nahm er derweil von 56 auf 45 Prozent ab.

„Der Blick auf die kommenden Monate lässt uns mit einer Fortsetzung des positiven Trends rechnen. Derzeit befinden sich mehrere Fachmarkt Portfolien in der Vermarktung, die das Transaktionsvolumen im Laufe des Jahres weitertreiben werden“, prognostiziert Sandra Ludwig.
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